Mein Monat Januar 2018

Für mich bot der Januar immer die Zeit für einen Neustart. Voller Engergie und Motivation stürze ich mich normalerweise ins Schreiben. Natürlich habe ich auch Ende diesen Monats Geburtstag, was eigentlich noch ein Grund mehr ist, den Jahresstart zu mögen. Aber dieses Mal war alles anders. Aus dem Dezember 2017 ist noch so einiges geblieben, was mit ins neue Jahr gerutscht ist. Dann gab es viele Kleinigkeiten zu organisieren, die mich von meinen Projekten abgehalten habe. Im Grunde gab es an jeder einzelnen Front irgendwelche Probleme, so dass der einzige sichere Hafen, den ich hatte, mein Mann war, der all das mit mir durchsteht und immer an meiner Seite ist. Ohne ihn hätte ich die letzten Wochen nicht überstanden.

Leben

Tja da gibt es irgendwie nicht besonders viel zu erzählen. Zumindest nichts, was positiv aufgefallen wäre. Ich habe mir nur selten Zeit für mich genommen, bin wieder in alte Muster zurückgefallen (nur eine Mahlzeit am Tag, dafür aber mehr Arbeit) und habe dann dafür die Quittung bezahlt. Noch nie gab es einen Monat, in dem ich so oft durch regelrechte Migräneanfälle ausgeschaltet war. Mein Schädel dröhnte, meine Augen brannten und fühlten sich heiß an, ich konnte keine Helligkeit ertragen und Geräusche auch nicht. Mein Körper hat mir Signale ohne Ende gesendet, aber ich konnte nicht auf sie hören. Ich hatte weder die Zeit, noch die Möglichkeit mich auszuruhen, weil ich bei allem sowieso hinterher hing. Und seit meinem Geburtstag sind die Kopfschmerzen gar nicht mehr verschwunden. Was hauptsächlich an der Familienkrise liegt, die uns gerade beutelt. Die Diagnose ist noch immer nicht bestätigt, aber Morgen wissen wir dann mehr, doch im Moment zeichnet es sich sehr stark ab und schreitet rasch voran, weshalb unsere Nerven ziemlich blank liegen. Sollte es die Krankheit sein, die ich befürchte, werden verdammt schwere Zeiten auf uns zukommen und wir werden einige Entscheidungen treffen müssen, die sich auch auf alles andere auswirken könnten. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich vor dem Urteil des Arztes fürchte …

Autorenleben

Mein Monatsziel, 50.000 Wörter zu schreiben, habe ich erreicht, doch viel ist von dem Text nicht mehr übrig. Ich habe einfach das Gefühl, festzustecken und nicht mehr voran zu kommen. Jedes Kapitel erscheint mir wie Schrott und so schreibe ich zwar jeden Tag etwas, lösche es aber am Nächsten, weil es mir nicht mehr gefällt. Vielleicht sollte ich mich gar nicht an meine Projekte setzen, wenn meine Gedanken damit beschäftigt sind über Betreuungsgerichte und Pflegegrade nachzudenken und ich mir Sorgen darum mache, ob ich bald umziehen muss, um meine Familie zu unterstützen.

Dennoch gibt es wenigstens hier ein paar erfreuliche Dinge zu berichten! In den letzten Wochen habe ich meine Autorenvita noch mal neu geschrieben und sobald ich offiziell auf der Verlagsseite stehe, werde ich euch mehr darüber verraten. In 1-2 Woche bekomme ich dann auch die ersten Coverentwürfe für #ProjektSL. Ich fühle mich in diesem Verlag zu Hause, was vor allem an der netten Verlegerin liegt und als ich dann auch noch gebeten wurde, meine Wünsche für das Cover aufzuschreiben war ich total begeistert!

Und in den letzten Tagen des Monats ergaben sich noch einige wunderbare Dinge, die mir ein wenig aus meinem Tief herausgeholfen haben. Ich habe mich mit einer anderen Verlegerin unterhalten und bekam plötzlich ein Jobangebot, das ich nicht ablehnen konnte. Dazu noch den Auftrag, mich mal an eines meiner anderen Projekte zu setzen, um ein Exposé und eine Leseprobe fertig zu machen. Noch kann und will ich nicht zu viel verraten, aber ich bin aufgeregt und gespannt, was in den nächsten Wochen auf mich zukommen wird! Zumal ab Februar ein paar andere Kundenprojekte auf mich warten.

Bücher, Filme, Serien

Von den 4 Büchern, die ich mir diesen Monat vorgenommen habe, stehen zwei immer noch ungelesen in meinem Regal. Das ist ein wenig unbefriedigend, aber ändern kann ich es auch nicht. Mir ist auch aufgefallen, dass ich mich mit 3 Blogbeiträgen die Woche ein wenig übernommen habe. Dadurch, dass ich zu jedem Thema viel schreibe, brauche ich für jeden einzelnen Post einige Stunden und die gehen dann natürlich verloren, wenn ich an meinen Projekten arbeiten will. Deshalb werde ich das ein wenig zurückschrauben und wahrscheinlich nicht für jedes gelesene Buch eine Rezension schreiben. Zumindest nicht in dem Unfang, wie ich es bei ZERO – Sie wissen, was du tust und New York Diaries – Claire getan habe. Beide Bücher haben mir wirklich gut gefallen und ich bin froh, sowohl noch ein Buch von Marc Elsberg auf dem SuB zu haben, als auch noch drei Folgebände zur New York Diaries-Reihe. Aktuell lese ich gerade Noah von Sebastian Fitzek und bin schon sehr gespannt auf die Auflösung. Aber Achtung: Dieses Buch ist definitiv kein typischer Fitzek!

Bei den Hörbüchern hänge ich immer noch bei Todesmärchen, dem dritten Fall von Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder von Andreas Gruber. Ehrlich gesagt, haben wir einfach vergessen, dass wir da überhaupt noch ein Hörbuch offen haben, aber im Februar wollen wir es definitiv zu ende hören!

Filme gab es in diesem Moment keine zu sehen, dabei wollte ich ja unbedingt zur Neuauflage von Jumanji, aber das ist in dem ganzen Chaos leider untergegangen. Dafür haben wir die fünfte Staffel von Elementary beendet (böser Cliffhanger!) und hatten dann die Qual der Wahl. Bei Netflix gibt es wirklich für jeden Geschmack etwas, deshalb haben wir danach mit Jessica Jones angefangen. Die Serie ist gut, aber ich stehe nicht so auf Superhelden. Und manchmal war es schon ziemlich brutal und … eklig. Da die Serie nur wenige Folgen hatte, haben wir uns auch Manhunt: Unabomber angesehen. Wahrscheinlich wird euch das nichts sagen, doch der Unabomber hat die USA 17 Jahre mit Paketbomben in Atem gehalten, ist also ein sogenannter Serientäter. Interessant fand ich, wie zum ersten Mal mit forensischer Liguistik gearbeitet wurde, um einen Täter auf die Spur zu kommen. Leider hat auch diese Serie nur wenige Folgen, so dass wir danach noch Mindhunter angeschaut haben. Hier drehte sich alles um die Arbeit von Profilern, praktisch ist es die Gründungsgeschichte der BAU, einer Abteilung des FBI, die sich mit Verhaltensforschung beschäftigt. Die Serie basiert auf den Forschungen von Robert Ressler und John Douglas. Beide Serien basieren auf wahren Begebenheiten und waren somit sehr interessant für mich!

Musik

Ich habe die Playlist von You & Me 2 hoch und runter gehört, während ich an dem Projekt geschrieben habe und bin sonst immer noch bei den Songs von Pitch Perfek 1-3 hängen geblieben. Während ich dann gestern mit der Arbeit für besagtes Fantasy Projekt begonnen habe (Exposé ist schon fertig, nur die Leseprobe fehlt), habe ich Soundtracks von Stardust, Dreamer und noch einigen anderen Filmen gehört, alle Lieder instrumental. Tja … und dann bin ich aus meinem Account geflogen und kan nicht mehr rein. Als es plötzlich so still in der Wohnung war, ist mir wieder aufgefallen, wie sehr Musik doch zu meinem Leben gehört. Ich konnte nicht mal einen Satz zu Papier bringen, also habe ich schließlich den Support angeschrieben und musste mir einen neuen Spotify-Account machen, bei dem ich dann natürlich meine Playlists neu erstellen musste … Reden wir nicht drüber.

Gedanken

Wenn plötzlich eine Person, die du liebst, krank wird, verändert das alles. Es setzt dich unter Stress, weil du dir Sorgen machst und dich fragst, wie es weitergehen wird und schließlich schwebt da ein Wort unausgesprochen im Raum, das niemand aussprechen will, aber alle im Kopf haben. Der Tod ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Wir wollen weder daran denken, noch darüber reden, weil wir uns dadurch der eigenen Sterblichkeit bewusst werden. Deshalb verdrängen wir ihn, bis er plötzlich an unsere Tür klopft und wir ihn mit nichts besänftigen können. Weder mit Worten und Versprechungen, noch mit Geld. Sterben müssen wir alle irgendwann, ob arm, ob reich spielt keine Rolle. Vor beinahe 8 Jahren ereilte meine Familie ein Schicksalsschlag, von der sie sich nur schwer wieder erholt hat. Damals trafen wir eine falsche Entscheidung, aus purem Egoismus heraus. Wir wollten einen geliebten Menschen nicht verlieren und willigten deshalb in eine lebensnotwendige Behandlung ein, die sechs Monate Leid und Qualen nach sich zog. Für die betreffende Person, nicht für uns. Schon damals habe ich mich gefragt, weshalb wir uns so ans Leben klammern, weshalb wir nicht loslassen wollen und sogar gegen den Willen eines kranken Menschen handeln, nur um den Abschied hinauszuzögern. Ich bin da keine Ausnahme. Meine Verlustängste sind so groß, dass ich zu zittern anfangen, wenn mein Mann mit dem Thema anfängt. Mein Verstand weiß, dass ich mich bald wieder von einem geliebten Menschen verabschieden muss, aber allein bei dem Gedanken verkrampft sich mein Herz. Was das angeht, bin ich wirklich egoistisch und das ist einfach falsch. Natürlich wird es sehr schmerzhaft für mich, aber ich habe mir geschworen, nie wieder so einen Fehler zu machen, nur damit ich nicht loslassen muss …

Was war positiv?

Eindeutig die Zeit mit meinem Mann. Da wir beide viel Arbeiten, waren die gemeinsamen Stunden umso kostbarer. Zeit, in der ich mich fallen lassen konnte und wusste, ich werde aufgefangen. Dann natürlich die beruflichen Entwicklungen, die sich ergeben haben. Sie stellen mich vor neue Herausforderungen, machen mich aber sehr glücklich. Leider musste ich dafür ein Projekt fürs erste auf Eis legen, aber so ist das nun einmal im Leben. Ich freue mich auf jeden Fall, heute die Leseprobe verschicken zu können! Und auch #ProjektSL entwickelt sich und schreitet voran, was mein Herz vor Freude hüpfen lässt.

Was war negativ?

So ziemlich alles andere. Ich habe gemerkt, dass ich mehr auf die Signale meines Körpers hören muss, um nicht wieder im Krankenhaus zu landen oder einen Zusammenbruch zu erleiden. Auch die Sache mit meiner Familie hat mich hart getroffen. Das Gefühl, nichts tun zu können, bringt mich beinahe um den Verstand und raubt mir den Schlaf.

Was will ich verändern?

Ich muss dringend geduldiger werden, dann baut sich dieser verdammte innere Druck auch nicht mehr so Im Januar habe ich mich zu sehr auf organisatorische Dinge konzentriert, worunter sowohl meine Projekte als auch ich selbst gelitten habe. Der Blick für das Wesentliche ist ein wenig verloren gegangen und daran will ich im Februar unbedingt arbeiten. Natürlich soll auch der Blog nicht zu kurz kommen, doch so wie es im Januar war, kann es nicht weiter gehen. Es tut mir leid, dass einige Beiträge nicht online gegangen sind, sie stehen noch in der Warteschleifen. Ziel ist es also meinen Blogplan anzupassen und mich wieder mehr auf meine Arbeit zu konzentrieren. Sowohl meine eigenen Projekte, als auch Kundenaufträge sollten eine höhere Priorität bekommen. Nicht zu vergessen, dass ich mir ab und zu eine Auszeit gönne, um nicht völlig den Verstand zu verlieren.

Ich hoffe, euer Monat Januar war besser und erfolgreicher als mein eigener.

Eure Jenny

    2 Kommentare

  1. Sarah 1. Februar 2018 at 17:13 Antworten

    Ohje… dein Monat klingt furchtbar stressig, belastend und anstrengend. Mir tut es wirklich von Herzen leid, was du da gerade durchmachen musst und ich sende dir alle Kraft der Welt, dass du das durchstehen kannst.
    Dass du da nebenher überhaupt noch etwas geschafft hast, finde ich unglaublich beeindruckend. Du kannst und solltest stolz auf dich sein. Ich weiß nicht, ob ich das so gewuppt bekommen hätte, egal, welche Termine da drängeln. In so einer Zeit ist man ja wirklich total ausgeknockt.

    Ich wünsche dir, trotz der schwierigen Zeit, die da leider vor dir liegt, dass der Februar positiver wird. Entweder, weil du dich besser eingegroovt hast, oder weil sich Situationen ergeben, die manche Dinge wieder positiver erscheinen lassen.

    Ich hab immer ein offenes Ohr bzw Mailpostfach für dich <3

    Sarah

    • Jenny 2. Februar 2018 at 15:32 Antworten

      Ja, der Januar war Mist, deshalb streiche ich die meisten Tage völlig aus meinem Gedächtnis. Würde es bei ProjektSL nicht so super voran gehen und hätten sich in den letzten Tagen nicht noch ein paar tolle Möglichkeiten ergeben, wäre ich wahrscheinlich in ein dunkles Loch gefallen und erst Wochen später wieder aufgestanden. Aber vielen Dank für deinen Beistand <3
      Wirklich viel habe ich nicht geschafft und ob etwas Gutes bei rausgekommen ist, wird sich erst später herausstellen, aber du hast recht, ein bisschen stolz sollte ich schon sein.

      Danke, der Anfang des neuen Monats war schon mal positiv, sollte es heute noch gute Nachrichten geben (was ich bezweifle), wird es vielleicht ein guter Monat <3

      Hach ja, auf deine Mail sollte ich auch mal antworten. Tut mir so leid, dass du da warten musst!

      Jenny

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