Buchgeschmack oder: Zeig mir, was du liest und ich sag dir, wer du bist

In den sozialen Netzwerken lese ich immer wieder, dass Menschen dafür verurteilt werden, was sie für Bücher lesen. Plötzlich glauben einige, vom Buchgeschmack auf alle möglichen anderen Dinge schließen zu können. Intelliganz zum Beispiel. Da fallen dann mal Sätze wie „Was willst du von Person X erwarten, die liest so was wie Shades of Gray!“ Natürlich ist es nicht neu, dass Buchblogger und andere Bücherwürmer für ihre Bücherwahl kritisiert werden. Literaturkritiker schlagen schon seit Jahren immer wieder in diese Kerbe, so dass die Diskussion zu dem Thema erneut aufflammt. Nur stammte dieser Satz nicht von einem Literaturkritiker, er wuselte durch Twitter in einer Unterhaltung zwischen Autoren und Buchbloggern …

Ja, ganz genau, auch in der Gemeinschaft von Leseratten und Bücherwürmern wird abgeurteilt. Selbst die schreibende Zunft tut es, als wäre das plötzlich guter Ton. Aber nur noch einmal rein zur Information: Ist es nicht! Davon abgesehen, dass es als kleine Spitze gegen Autoren gesehen werden kann, die in diesen Genres schreiben – sei es nun Erotik, Romance oder andere Jugendliteratur spielt dabei gar keine Rolle. Niemand hat das Recht, gewisse Bücher als wertvoll einzustufen, während andere als unwichtige Unterhaltungsliteratur oder gar Mist abgestempelt werden. Auch nicht jene, die ihrer Meinung nach diese wertvolleren Bücher schreiben.

Worte haben Macht

Darüber habe ich auf meinem alten Blog schon einmal einen Artikel geschrieben. Damals ging es darum, dass wir Autoren uns bewusst sein sollten, dass wir in einer gewissen Verantwortung stehen. Wir sollten darauf achten mit wichtigen Themen richtig umzugehen und kein falsches Bild zu erschaffen. Genauso sollte aber jeder darauf achten, was er sagt und welches Urteilt er fällt. Meinungen sind nichts weiter als Wertungen, so ist das nun einmal. Wenn ich meinen Senf abgebe, bewerte ich eine Sache, einen Menschen, eine Problematik. Es sollte nur auf die Formulierung geachtet werden!

„Der Ton macht die Musik.“

So lautet ein schönes Sprichwort, doch in Zeiten in denen die meisten Unterhaltungen im Internet stattfinden ist dieser Ausspruch leider nicht mehr zeitgemäß. Das Problem ist folgendes: Stehe ich einem Menschen gegenüber, kann ich nicht nur seinen Tonfall hören, sondern nehme auch Mimik und Gestik war. Das zusammenspiel dieser drei Faktoren sagt uns, wie die Worte, die wir zu hören bekommen, wirklich gemeint sind. Leider sind Smilies nicht besonders aussagekräftig und können auf unterschiedliche Art und Weise interpretiert werden. In der virtuellen Welt kommt alles auf den Text an, nicht auf die Botschaft, die dahinter steht und vermittelt werden soll.

Wenn ich also schreibe: „Shades of Gray ist ein schlechtes Buch und jeder, der es gelesen hat ist dumm.“ ist das nicht nur eine Meinung, die sowohl Buch und Autor abwertet, sondern auch jeden Leser, es ist auch eine Aussage, die mir nicht einmal im Entferntesten zusteht. Ganz davon abgesehen, dass er sowieso nicht zutreffend ist, gibt es bei diesem Satz noch ein weiteres Problem: Er ist eine einzige Beleidigung.

Zwischen eigener Meinung und Verllgemeinerung

Sich eine Meinung zu bilden, ist ein Prozess und geschieht nicht von einem Augenblick auf den anderen. Wir lesen ein Buch (am besten bis zum Schluss, denn sonst können wir doch gar nicht wirklich urteilen, nicht wahr? Wir können nur sagen: Ich habe das Buch abgebrochen, weil …) und währenddessen bewerten wir Charaktere, Handlung, Schreibstil und noch so einiges mehr. Und dann sagen wir anderen, wie wir das Buch finden, was für und gut war und was eben nicht.

„Ich konnte mit dem Schreibstil nicht warm werden und auch die Charaktere konnten mich nicht ganz über zeugen, weil …“

Das klingt doch schon völlig anders, nicht wahr? Weil es keine Generalisierung ist, sondern eine Meinung, die direkt auf mich bezogen ist. ICH sehe das so, habe es so empfunden. Andere Leser können vielleicht meine „schlechte“ Bewertung nicht verstehen und das ist ja auch ihr gutes Recht. Es gibt Millionen Bücher auf der Welt und Millionen von Lesern die nicht alle die gleiche Meinung haben können, weil sie völlig verschieden sind. Das fängt bei ihren Ansichten an und streckt sich bis zu ihren Erfahrungen aus. Außerdem sind Bücher nun einmal Geschmackssache und eine Diskussion zu einem Thema, bei dem sich alle einig sind, macht ja auch nur wenig Sinn.

„Das Buch war scheiße und alle die es mochten sind auch scheiße!“

Der Satz ist dagegen keine Meinung, sondern vielmehr eine regelrechte Anklage. Es wird nicht ausgedrückt, was der Leser empfindet, was er denkt, es wird verallgemeinert. Um es mal nicht so zu überspitzen, nenne ich mal einen Wortlaut, den ich immer wieder in Rezensionen lese und der zwischen den Zeilen genau das aussagt: „Ich kann die guten Rezensionen wirklich nicht verstehen, das Buch hat nur einen Stern verdient!“

Aber … was ist denn falsch an diesem Satz? Zum einen ist er so geschrieben, als wäre das keine persönliche Beurteilung, sondern Fakt. Das Buch hat eben nur einen Stern verdient, so ist das. Das andere Problem besteht darin, dass wir andere Leser nicht verstehen müssen, sondern einfach akzeptieren, wie sie über das Buch denken. Ob sie das Buch nun mochten oder nicht, spielt dabei keine Rolle, solange es eine Rezension mit konstruktiver Kritik ist und kein bösartiger Ferriss, sind auch schlechte Bewertungen legitim.

Buchgeschmack und Vorurteile

Ihr seht, ich habe nichts dagegen, wenn ein Leser seine Meinung sagt, solange es eine ist und kein versteckter Angriff. Und ich bin absolut dafür, dass jeder das liest, was er mag. Ich persönlich habe Shades of Gray nicht gelesen und darf mir deshalb keine Meinung erlauben, aber wenn über das Thema Buchgeschmack diskutiert wird, gibt es immer jemanden, der damit argumentiert. Da mir im Moment nicht einfällt, welches Buch ich mit weniger als drei Sternen bewertet habe (auf Amazon oder sonst wo), fehlt mir irgendwie ein anschaulisches Beispiel. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich nur gute Bücher lese, sondern eben nur jene, die mir auch gefallen. Ein großer Unterschied! (Auf das Thema, weshalb drei Sterne immer noch eine gute Bewertung sind, komme ich in einem anderen Beitrag zu sprechen.)

Bleiben wir mal bei mir:

Mein Buchgeschmack

Einfach. Liebe. von Tammara Webber

Ich lese sehr viel Fantasy, Dystopie, Apokalypse und Endzeit (ich fasse das der Einfachheit halber immer nur unter Fantasy zusammen, nicht korrekt, aber ich bin eben faul), dann natürlich Romance (angefangen bei Young Adult, über New Adult, bis zu Chick-Lit) und Thriller / Krimis. Manchmal schnappe ich mir ein Buch aus einem ganz anderen Genre (Historischer Roman) und in meinen Regalen stehen auch so einige Klassiker, die ich gelesen habe (Romeo und Julia, Hamlet, Der Steppenwolf, Draußen vor der Tür …). Jedes einzelne Buch, dass in meinem Regal steht, habe ich gern gelesen oder sogar geliebt. Aber ich gebe offen zu, dass ich nur selten Klassiker / Weltliteratur lese.

Jetzt könnte man natürlich argumentieren, ich sei zu doof, um die Inhalte von Hochliteratur zu verstehen und stürze mich deshalb in „Trivialliteratur“ (wie es die Kritiker gerne nennen), aber Überraschung: Ich bin nicht zu dumm, um solche Werke zu lesen, ich will es nur einfach nicht. Ich könnte jetzt anführen, welche Klassiker ich alles gelesen habe oder euch sagen, weshalb mein Deutschlehrer mich einen Vortrag über „Geschichte des Agathon“ von Wieland hat halten lassen, aber das spielt keine Rolle.

Was, ich lese gern Trivialliteratur?

Ganz genau! Ich lese gern Jugendbücher, lasse mich gern von einem Psychothriller unterhalten und liebe es in fantastische Welten abzutauchen. Jedes Buch hat eine Botschaft und einige von den Kritikern so verschriene Werke bieten eine Auseinandersetzung mit heutigen Problemen an. Bei mir stehen auch Schöne neue Welt und 1984 im Regal. Beide zählen zu den Klassikern, aber ich verstehe nicht ganz, worin sie sich von Büchern wie Vollendet unterscheiden. Ich will von einem Buch unterhalten werden, gefesselt werden und nicht über den Sinn, der hinter jedem Satz steht, nachdenken. Ich will mich fallen lassen und von einer schönen Geschichte aufgefangen werden!

Was sagt mein Buchgeschmack über mich aus?

Wer mich nicht kennt und nicht im Ansatz ahnt, über was ich mir alles Gedanken mache, könnte meine gelesenen Bücher und meinen SuB ansehen und sofort über mich urteilen. Frei nach dem Motto: Zeig mir, was du liest und ich sag dir, wer du bist.

Liebesromane und Fantasygeschichten - Mein Buchgeschmack.

Nett ausgedrückt sieht man: Sie ist eine hoffnungslose Romantikerin, die auf magische Wesen steht und gern mal in dunkle Abgründe herunter wandert.

Hart ausgedrückt ist es eher so etwas: Sie kommt aus einfachen Verhältnissen, hat kein abgeschlossenes Studium und benimmt sich wie ein Teenager.

Achtung: Oberflächlich betrachtet stimmt jede einzelne Aussage!

Ich bin nicht nur eine hoffnungslose Romantikerin, sondern komme auch aus einfachen Verhältnissen, die mich extrem geprägt haben. Ich habe es nicht geschafft mein Studium abzuschließen, was aber nichts mit fehlender Intelligenz zu tun hat, und ich finde magische Wesen toll. Manchmal benehme ich mich wie ein Teenager, sogar wie ein kleines Kind, aber nur, weil ich finde, dass jüngere Menschen die Welt mit ganz anderen Augen sehen. Und ja, ich steige gern in menschliche Abgründe herab.

Was aber niemand sieht ist:

Ich kenne mich mit menschlicher Anatomie und psychischen Verhaltensweisen aus, weil ich in diesem Bereich nicht nur einige Praktika, sondern auch mein Abitur gemacht habe. Dazu verschlinge ich Lehrbücher zu den Themen Psychologie, Forensik, Pathologie, forensicher Anthropologie und Verhaltensanalyse (und noch einige mehr!). Diese Gebiete interessieren mich einfach. Obwohl ich in einfachen Verhaltnissen aufgewachsen bin (oder gerade deshalb), habe ich schon früh gelernt, für das zu kämpfen, was ich haben möchte. Zudem bin ich im extremen Maße empathisch und besitze eine grenzenlose Fantasie.

Es gibt so vieles, das man über mich nicht wissen kann, wenn man sieht, welche BBücher ich lese. Und deshalb weiß ich: Bei anderen ist es genauso.

Vorurteile vergiften unseren Geist

Andere wegen ihres Buchgeschmacks oder aus einem anderen Grund abzustempeln, ohne sie zu kennen, ist wirklich eine schwache Leistung. Aber Vorurteile scheinen nun einmal in der menschlichen Natur zu liegen. Wir sehen oder hören etwas und packen es sofort in eine Schublade, dabei wissen wir ja gar nicht, ob es wirklich stimmt. Wir kennen die Gründe nicht, die hinter einem Verhalten stehen und dennoch nehmen wir uns das Recht heraus, eine Meinung zu haben. Es mag jetzt hart klingen, aber eine Meinung darf man sich erst bilden, wenn die Hintergründe bekannt sind. Vorher können wir nur Vermutungen anstellen.

Wie gesagt, eine Meinung bildet sich während eines Prozesses und sie ist auch nicht in Stein gemeißelt. Bleiben wir mal beim Beispiel Buch: Wir gehen in die Buchhandlung und sehen ein Cover, das uns anspricht. Der Klappentext klingt interessant und die ersten Seiten lesen sich spannend. Also kaufen wir das Buch. Wir haben Erwartungen. Aber noch keine Meinung, denn um die zu bilden, müssen wir das Buch erst einmal lesen. Vorurteile dagegen sind sofort da. Uns hat das Buch eines Autors nicht gefallen, dann ist das neue sicher auch schlecht. Oh, die Rezensionen sind wirklich mies, da brauche ich das ja gar nicht lesen. Sollten wir aber, um uns eine eigene Meinung zu bilden!

Mach, was dir gefällt!

Wenn mir jemand sagt, ich soll doch mal richtige Bücher lesen oder ich die Diskussionen zum Thema Buchgeschmack mitbekomme, schlägt mir das auf den Magen. Niemand außer mir selbst entscheidet darüber, was ich lesen soll, weil nur ich allein weiß, was mir gefällt. Und ich habe wirklich keine Lust darauf, mich dafür verurteilen zu lassen, dass ich „nur“ Unterhaltungsliteratur lese. Deshalb bin ich weder dumm noch sonst irgendetwas, es ist einfach das, was ich will. Übrigens … durch solche Aussagen („Was du liest ist nur Schrott.“ oder „Lies doch mal richtige Bücher.“) stellt der Specher sich auf eine höhere Stufe und macht sein Gegenüber klein. Und Menschen, die andere abwerten müssen, um sich selbst besser zu fühlen, sind meiner Meinung nach mit sich selbst unzufrieden. Ehrlich gesagt habe ich genug mit mir selbst zu tun, um andere aufgrund von was auch immer zu verurteilen.

Die Twilight-Reihe von Stephenie Meyer.

Und ich kenne dieses Spiel zu gut. Dieses „Ich bin besser, weil …“, denn in meiner Schulzeit wurde es zur Genüge ausgereizt. Klamotten, Noten, Musik, Bücher, Freundeskreis … Es gab immer Menschen, die auf alle anderen herabgeblickt haben, die immer einen Grund gefunden haben, um sich die Mäuler zu zerreißen. Aber irgendwie ist jedem dabei eine wichtige Sache entgangen: Wer legt denn fest, was die richtigen Klamotten sind? Der bessere Musikgeschmack? Gut, bei Noten lässt sich da nicht viel sagen, aber diese Art von Konkurrenzkampf war mir schon immer zu wieder. Alles andere gründet auf Meinungen. Die „coolen Kids“ haben festgelegt, was angesagt ist, aber wer hat sie denn zu den coolen gemacht? Sie sich selbst, wir anderen haben das einfach nur zugelassen.

Wer bestimmt?

Es wird immer Menschen geben, die glauben, den Ton angeben zu können. Aber lasst euch davon bitte nicht täuschen, denn die einzige Person, die darüber bestimmt was gut für euch ist, seid ihr selbst. Wenn andere über euren Buchgeschmack herziehen und sich darüber lustig machen, dann schmerzt das vielleicht, doch denkt bitte immer daran, dass es ihnen gar nicht zu steht! Wenn ihr bestimmte Genres lesen wollt oder Bücher, die andere nicht gemocht haben, dann macht das! Es ist wichtig, euch eine eigene Meinung zu bilden. Außerdem seid ihr nicht die anderen. Ihr seid eine eigenständige Person, die selbst entscheidet, was ihr gefällt und was nicht.

Ich habe mich zu lange herumschubsen lassen, mir die Meinungen von anderen aufdrücken lassen. Ja, ich habe mich sogar beleidigen lassen und so getan, als wäre ich jemand anderes, nur um dem zu entkommen. Aber damit ist jetzt Schluss. Ich lese nur noch das, was ich lesen möchte und wenn jemand mich deshalb für dumm hält, dann soll er doch! Diese Person kennt mich nicht, warum sollte es mich dann interessieren? Und das, was derjenige für seine Meinung hält, die er sich über mich gebildet zu haben glaubt, sind eben nichts weiter als Vorurteile.

Wer mit mir noch nicht über die Themen geredet hat, über die ich mir Gedanken mache, wer nicht weiß, womit ich zu kämpfen habe, wer keine Ahnung hat, wer ich wirklich bin, mir aber unbedingt einen Stempel aufdrücken muss, den kann ich leider nicht ernst nehmen.

Euch muss nicht gefallen, was ich lese, welche Klamotten ich trage oder worüber ich schreibe. Ich bin ein Mensch mit Ecken und Kanten, der keine Lust mehr darauf hat, sich zu verstecken oder sich anzupassen, nur weil das vielleicht einfacher ist. Und ihr solltet das auch nicht!

Die Wahrheit ist …

… nur weil viele Menschen die gleiche Meinung haben, ist es noch lange nicht die einzig Richtige! Meinungen können auch gar nicht richtig oder falsch sein, immerhin spiegeln sie nur persönliche Ansichten wieder. Sie sind rein subjektiv.

Also, wenn ihr Shades of Gray lesen wollt, dann tut es! Und wenn ihr es schon gelesen habt, dann schämt euch nicht dafür. Ich habe mal mitbekommen, dass jemand den Schutzumschlag ausgetauscht hat, damit sich niemand lustig macht. Oder eine Buchhülle benutzt. Oder nur noch auf dem Reader liest. Leute, ganz ehrlich, ist das nicht albern? Steht zu eurem buchgeschmack, er ist ein Teil von euch! Und wenn wir anfangen, uns für so etwas zu schämen oder zu verstecken, wo hört es dann auf? Bei der Frisur? Den Klamotten? Bei unseren Ansichten? Wenn es einmal anfängt, wird es nie wieder aufhören, das könnt ihr mir ruhig glauben, ich habe es erlebt.

Und ganz ehrlich? Die Leute, die meckern, sollen doch froh sein, dass überhaupt noch jemand liest. Ist es dann nicht scheißegal was? Meiner Meinung nach schon. Lasst euch von niemanden sagen, was richtige Bücher, bessere Bücher sind. Entscheidet das für euch. Jeder für sich selbst.

Und jetzt verratet mir doch in den Kommentaren, wie ihr das seht!

Macht ihr einen Unterschied zwischen Hochliteratur und Unterhaltungsliteratur?

Wurdet ihr auch schon einmal wegen eures Buchgeschmacks angegriffen?

 

Eure Jenny

    2 Kommentare

  1. Hilde 22. Januar 2018 at 00:00 Antworten

    Liebe Jenny,
    das war aber eine ganze Menge zu diesem, Deinem Thema. Wenn Du hören würdest, was ich lese, wenn ich lese, dann würden Deine Haare sich aufrichten. Mir kommt es nicht in den Sinn, Menschen nach ihrer Buchwahl zu beurteilen. Es geht nicht darum, welche verschiedene Bücher, zur Unterhaltung der Freizeit genutzt werden, sondern welchen Nutzen bringen sie den Menschen, wenn unterschiedliche Bücher, zu verschiedenen Themen, gelesen werden. Sind es Romantische – , Liebes-, Fantasie-, Science Fiction -, Krimis, Sach-, oder Lehrbücher.
    Das Buch deckt, wenn überhaupt nur einen Teil ihrer Interessen ab. Meiner Meinung sagt es nicht viel aus, nur soviel, als das es im Augenblick einen Bedarf abdeckt, der Neugierde / Wissbegierde stillt.
    Weiter nichts.
    Menschen die über Bücher schreiben, vergleichen, aber kennen sie den Autor? Doch wohl nur in der Phase in der er schreibt und die ist anders, als er in Wirklichkeit ist.
    Für heute genug.
    Lieben Gruß Hilde

    • Jenny 22. Januar 2018 at 08:28 Antworten

      Liebe Hilde,
      danke für deinen Kommentar!
      Ich kenne sehr viele Leseratten und die haben alle einen anderen Buchgeschmack. Einige sind meinem ähnlich (aber eben nicht vollkommen gleich), viele lesen jedoch Bücher, die mein Interesse absolut nicht wecken, doch das ist völlig in Ordnung. Deshalb würde ich dich auch nie für deinen Buchgeschmack verurteilen. Du liest eben das, was du gern lesen willst wie ich ja auch.
      Leider gibt es immer Menschen, die sich einbilden, über andere zu Urteilen, auch wenn sie nur einenn noch so winzigen Teil des anderen kennen. Oder zu kennen glauben.
      Von psychologischem Standpunkt aus gesehen, ist eine Person, ein Individuum die Summe von dutzenden Teilen, manche winzige, andere groß. Die Art, wie sie zusammenspielen und aufeinander einwirken formt uns. Wenn wir aber nur einen Bruchteil davon sehen, fehlt uns das ganze Bild. Ganz davon abgesehen, dass man jemanden auch nicht nach einem oder mehreren Gesprächen kennen kann, weil es immer Seiten an uns gibt, die wir niemandem zeigen. Auch nicht jenen, die uns nahestehen. Das ist zumindest meine Meinung.
      Zum Thema Autor: Wer schreibt (sei es nun Blogbeiträge, Gedichte oder Romane), lässt immer einen Teil von sich selbst in die Worte einfließen. Texte spiegeln die Ansichten und Gefühlswelt von Autoren wider, doch was wirklich dahinter steckt weiß eben nur der Verfasser selbst. Was mich selbst betrifft: Ich schreibe jeden Tag. In meinem Kopf formen sich immer Geschichten, ob ich sie nun aufschreibe oder nicht. Ich lebe mehr in meinen eigenen Welten als in der Wirklichkeit, bin mehr in den Gedanken meiner Charaktere als in meinen eigenen. Du hast vielleicht recht, wenn ich schreibe, bin ich anders als in der Realität. Es bleibt nur die Frage, wann ich mehr ich selbst bin …
      Liebe Grüße
      Jenny

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